Weimar, 11. April 2026
In meinem Roman Drei Liter Himmel erzähle ich die Geschichte von zwei jüdischen Mädchen, die 1943 mitten in Weimar versteckt wurden – und die am 10. August 1944 von der Gestapo aufgespürt, nach Auschwitz deportiert und ermordet wurden. Ruth war sechs Jahre alt, Gittel vier.
Was im Roman als Geschichte erscheint, war Wirklichkeit. Die Schwestern Ruth und Gittel Süßmann haben gelebt, geliebt, gespielt – an einem Ort, der heute noch existiert: in der Ettersburger Straße 33a in Weimar.
Gemeinsam mit Eva Nickel, der nach dem Krieg geborenen Halbschwester der beiden Mädchen, möchte ich dafür sorgen, dass dieser Ort nicht länger anonym bleibt. Wir planen die Anbringung einer Gedenktafel – schlicht, aus Edelstahl, mit einem Text, der die Namen der Kinder nennt und festhält, was dort geschah.
Als Zieldatum haben wir uns den 10. August 2026 vorgenommen – den 82. Jahrestag der Deportation.
Ich habe die Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft Weimar, der das Grundstück gehört, bereits um ihre Zustimmung gebeten. Eine Antwort steht noch aus. Parallel dazu werde ich in den kommenden Wochen weitere Weimarer Institutionen ansprechen – die Stadtverwaltung, die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora sowie lokale Kulturträger –, um das Vorhaben auf ein breites Fundament zu stellen.
Ich halte euch auf dem Laufenden.
Uwe Rudnick
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