Ein Brief aus dem Nichts
Stellen Sie sich vor, Sie öffnen Ihren Briefkasten und finden ein vergilbtes Kuvert. Handschriftlich adressiert. Ein Poststempel aus Weimar, 1945. Darin ein verzweifelter Brief von jemandem, der nicht existieren sollte – aber trotzdem schreibt.
Flocke sitzt fest. Im amerikanischen Militärkrankenhaus in Weimar. Seit Mai 1945. Sein Vater meldet sich nicht. Von seinen Freunden fehlt jede Spur. Die jüdischen Mädchen, die er versteckt hatte, sind verschwunden. Sein Vormund – nennen wir ihn Herr R. – hat ihm eiskalt mitgeteilt: „Wenn kein Literaturagent oder Verleger vorbeikommt, wirst du in diesem Krankenzimmer verrotten und verfaulen.“
Klingt absurd? Ist es auch. Aber genau diese Absurdität ist der Kern dieser Geschichte.
DRINGEND
Die Situation
Drei Liter Himmel ist fertig. 320 Seiten. Ein Roman über einen Fünfzehnjährigen, der 1944 in Weimar zwei jüdische Mädchen versteckt, seine erste Liebe verliert und ein Jahr im Koma liegt, während um ihn herum der Krieg endet. Aufwachen bedeutet für ihn: Die Welt ist neu sortiert, aber die Menschen, die er liebte, sind weg.
Im Oktober 2024 wurde der Roman bei einem Dutzend Verlagen und Literaturagenturen eingereicht. Null Antworten. Nicht eine.
Als Newcomer-Autor hat man keine Chance, auf dem herkömmlichen Weg (Web-Einreichung, E-Mail) Aufmerksamkeit zu bekommen. Die Manuskripte verschwinden in digitalen Schlünden. Niemand liest sie. Niemand sieht sie.
Also wird Flocke jetzt selbst aktiv. Er schreibt Briefe. Handschriftlich. Historisch anmutend. Per Post. An Verleger und Literaturagenten. Seine letzte Hoffnung.
— Flocke, bei seinem Erwachen nach einem Jahr Koma
Worum geht es?
Drei Liter Himmel erzählt von Flocke, der im Sommer 1944 zwei jüdische Mädchen im Garten versteckt. Von seiner ersten Liebe zu Fiona, der Nichte eines SS-Offiziers. Von Zack, seinem besten Freund, der ihn verrät – oder rettet, je nachdem, wie man es sieht. Von einem Splitter im Gehirn, der ihm ein Jahr seines Lebens raubt.
Als Flocke aufwacht, ist alles vorbei. Der Krieg ist aus. Die Nazis sind weg. Aber auch alle, die er liebte. Sein Vater ist verschwunden. Die Mädchen, die er retten wollte – keine Spur. Fiona und Zack – unterwegs nach Schweden, vielleicht. Oder tot.
Der Roman fragt nicht: „Wird alles gut?“ Er fragt: „Wofür lebe ich eigentlich noch?“
Erzählt wird aus der Perspektive eines jugendlichen Flocke, der zurückblickt – aber die Stimme ist die des Heranwachsenden: selbstironisch, poetisch, absurd, dunkel. Eine Mischung aus Erinnerung und Trauma, aus Witz und Verzweiflung.
Die Idee
Wenn E-Mails ignoriert werden, müssen echte Briefe her. Flocke schreibt sie selbst – handschriftlich, auf vergilbtem Papier, in einem historischen Kuvert. Er bittet um Hilfe. Er erklärt seine Situation. Er erzählt von seinem Vormund, der ihn im Stich lässt.
Die Briefe werden per Post verschickt. An Verlage. An Literaturagenturen. An Menschen, die vielleicht – vielleicht – verstehen, dass hier nicht nur ein Manuskript um Aufmerksamkeit bettelt, sondern eine Geschichte, die erzählt werden muss.
Ist das verzweifelt? Ja. Ist es kreativ? Hoffentlich. Ist es effektiv? Das werden wir sehen.
Was jetzt passiert
Die Briefe sind unterwegs. Flocke wartet. Ich warte. Vielleicht antwortet jemand. Vielleicht nicht. Vielleicht verrottet dieser Roman tatsächlich in irgendeinem digitalen Krankenzimmer.
Aber wenn Sie das hier lesen – wenn Sie Verleger, Agent, Lektor sind oder einfach jemand, der glaubt, dass manche Geschichten erzählt werden müssen – dann nehmen Sie Kontakt auf. Flocke braucht Hilfe. Und ich auch.